Eindeckungsmöglichkeiten
Ob pralle Sonne, schwerer Hagel oder langanhaltender Schneefall – das Dach Ihres Carports ist rund um die Uhr den Elementen ausgesetzt. Dabei stellt sich die Frage: Welches Material passt zu Ihren Anforderungen?
Polycarbonat



Polycarbonat ist einer der beliebtesten Werkstoffe für die Eindeckung von Carports. Es vereint die Transparenz von Glas mit der Widerstandsfähigkeit von Kunststoff und ist daher eine hervorragende Wahl für alle, die eine lichtdurchlässige, aber robuste Überdachung suchen.
Polycarbonat (PC) ist ein thermoplastischer Kunststoff, der sich durch extreme Schlagzähigkeit und hohe Transparenz auszeichnet. Im Gegensatz zu herkömmlichem Glas ist es nahezu unzerbrechlich und deutlich leichter, was die Anforderungen an die Statik der Carport-Konstruktion verringert.
Polycarbonat an sich ist nicht dauerhaft UV-beständig und würde mit der Zeit vergilben oder spröde werden. Hochwertige Platten für den Außenbereich besitzen daher eine einseitige oder beidseitige UV-Schutzschicht.
Polycarbonat hält selbst schwerem Hagel stand, ohne zu splittern. Viele Hersteller geben darauf Garantien von bis zu 10 Jahren.
Liefermaße und Geometrie
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Standardbreiten: Meist 980 mm oder 1200 mm (passend zu den gängigen Sparrenabständen der Unterkonstruktion).
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Standardlängen: Flexibel von 1,0 m bis zu 7,0 m am Stück lieferbar, um Querstöße (Leckagegefahr) zu vermeiden.
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Struktur im Inneren: Für Carports wird meist eine 3-fach Struktur oder eine noch stabilere X-Struktur (Fachwerkstruktur) gewählt, welche die Traglast (wichtig bei Schneelast) deutlich erhöht.
Allgemeine Materialeigenschaften
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Material: Polycarbonat (hochwertiger, extrem bruchsicherer Kunststoff)
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UV-Schutz: In der Regel ein- oder beidseitig durch eine co-extrudierte Schutzschicht (schützt dauerhaft vor Vergilbung und Versprödung)
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Temperaturbeständigkeit: Dauerhaft formstabil von -40 °C bis +120 °C
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Brandschutzklasse: B-s1, d0 bzw. B1 (nach DIN 4102 / EN 13501-1) – schwer entflammbar und nicht brennend abtropfend
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Hagelsicherheit: Sehr hoch; Standardplatten sind oft hagelsicher bis 20 mm Korndurchmesser, spezielle Platten mit X-Struktur gelten herstellerabhängig oft als uneingeschränkt hagelfest.
Lichtdurchlässigkeit (Transmission) nach Plattenfarbe
Die optischen Eigenschaften und das Klima unter dem Carport hängen stark von der gewählten Tönung ab:
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Glasklar: ca. 74 % – 78 % | Maximale Helligkeit unter dem Carport, allerdings sieht man Schmutz (Blätter, Pollen) schneller.
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Weiß-Opal (Milchig): ca. 63 % – 69 % | Angenehmes, blendfreies Licht. Wirkt schattierend und verhindert das starke Aufheizen des Fahrzeugs im Sommer.
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Bronze / Rauchglas: ca. 37 % – 48 % | Edle, dunklere Optik, starke Schattierung und sehr unempfindlich gegen sichtbaren Schmutz.
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Hitzeschutz (z. B. IQ-Relax): Eine Spezialbeschichtung reflektiert die Infrarotstrahlung der Sonne. Hält den Bereich darunter spürbar kühler bei dennoch hoher Lichtausbeute.
Wichtiger Montagehinweis: Aufgrund der temperaturabhängigen Dehnung des Materials müssen Polycarbonatplatten in speziellen Aluminium- oder PVC-Profilsystemen mit ausreichend Spielraum ("schwimmend") verlegt werden. Sie dürfen niemals starr direkt mit der Unterkonstruktion verschraubt oder ungebohrt durchschraubt werden.
Isopaneele



Isopaneele bestehen aus drei Schichten, weshalb sie oft als Sandwichpaneele bezeichnet werden:
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Außenschale: Profiliertes, verzinktes und beschichtetes Stahlblech.
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Kern: Ein hochdämmender Isolierkern (meist aus Polyurethan-Hartschaum, kurz PUR oder PIR).
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Innenschale: Ebenfalls ein meist leicht profiliertes Stahlblech.
Durch diesen Verbund entsteht ein Bauelement, das extrem stabil ist und gleichzeitig hervorragende thermische Eigenschaften besitzt.
Unter einem einfachen Bitumen- oder Blechdach staut sich im Sommer die Hitze. Isopaneele reflektieren nicht nur das Sonnenlicht, sondern verhindern durch ihre Isolierung, dass die Hitze nach unten durchschlägt. Ihr Auto bleibt spürbar kühler.
Der Schaumkern der Isopaneele wirkt schallabsorbierend. Das Prasseln der Regentropfen wird deutlich gedämpft, was besonders in dicht besiedelten Wohngebieten oder bei angrenzenden Schlafzimmerfenstern ein Segen ist.
Liefermaße und Geometrie
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Mindestdachneigung: Grundsätzlich schreiben die meisten Hersteller eine Neigung von mindestens 3° (ca. 5,2 %) vor, sofern das Dach aus durchgehenden Paneelen ohne Querstöße (Überlappungen in der Länge) besteht. Gibt es Stoßverbindungen oder Dachdurchdrücke, werden oft 5° bis 7% gefordert, damit das Wasser sicher abläuft.
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Breite: Die gängige Deckbreite beträgt exakt 1.000 mm (1 Meter). Die tatsächliche Gesamtbreite ist durch die Überlappungsbucht minimal breiter.
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Länge: Die Paneele werden zentimetergenau nach Maß produziert. Längen von 2,00 m bis zu 12,00 m (teilweise sogar bis 18,00 m) sind ab Werk lieferbar, sodass beim Carport meist komplett ohne Querstöße gearbeitet werden kann.
Aufbau und Material
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Außenschale: Profiliertes Stahlblech (meist Trapezprofil zur Wasserleitung), stärkebezogen typischerweise 0,50 mm bis 0,63 mm. Verzinkt und korrosionsgeschützt durch eine Polyester-Beschichtung (Standard: 25 µm).
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Kern (Isolierung): In der Regel PUR- (Polyurethan) oder PIR- (Polyisocyanurat) Hartschaum. Für extremen Brandschutz wird selten auch Mineralwolle genutzt.
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Innenschale: Leicht liniertes oder flaches Stahlblech, meist 0,40 mm bis 0,50 mm stark. Sorgt für eine saubere, meist hellgraue oder weiße Deckenoptik im Carport.
Statik: Tragfähigkeit & Stützweiten (Pfettenabstände)
Durch den Verbundaufbau können Isopaneele deutlich größere Abstände zwischen den Dachbalken (Pfetten) überbrücken als einfache Bleche.
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Typischer Pfettenabstand: Je nach Schneelastzone und Paneeldicke liegt der maximal zulässige Abstand der Unterkonstruktion meist zwischen 1,50 m und 3,50 m.
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Beispiel (40 mm Paneel): Bei einem Pfettenabstand von 2,00 m halten Standardpaneele oft weit über 140 kg/m² aus – das reicht für die meisten Regionen selbst bei starkem Schneefall locker aus.
Wichtiger Montagehinweis: Für die Befestigung auf der Hochsicke (der oberen Welle) werden spezielle Kalotten und lange Edelstahlschrauben mit Dichtscheiben benötigt. Nur so bleibt das Dach langfristig zu 100 % regendicht und hält den Windsogkräften stand.
Verbundsicherheitsglas



VSG besteht nicht aus einer einzelnen Glasscheibe, sondern aus einem „Sandwich-Verbund“. Mindestens zwei Glasscheiben werden durch eine extrem reißfeste, meist transparente Polyvinylbutyral-Folie (PVB) fest miteinander verklebt.
Unter klarem Glas kann es im Sommer sehr heiß werden. Wenn das Carport direkt an das Haus grenzt oder als Terrassenersatz dient, sollte über eine Beschattung oder mattierte Scheiben nachgedacht werden.
Nicht jedes Glasdach muss komplett durchsichtig sein. Je nach Wunsch gibt es verschiedene Ausführungen:
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Klarglas: Maximale Transparenz. Man sieht den Himmel, aber leider auch jeden Vogeldreck und jedes Blatt.
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Mattglas / Milchglas (Opal): Durch eine matte Folie wird das Licht gestreut. Das bietet Sichtschutz (gut bei Balkonen darüber) und Schmutz ist weniger auffällig.
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Getöntes Glas: Absorbiert einen Teil der Sonnenstrahlung und reduziert die Aufheizung unter dem Dach.
Aufbau und Material
VSG besteht aus mindestens zwei Glasscheiben, die durch eine hochelastische, reißfeste Folie (meist PVB – Polyvinylbutyral) unter hohem Druck und Hitze miteinander verschmolzen sind.
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Bezeichnung (Beispiel „10.76“ oder „55.2“): Die ersten beiden Ziffern stehen für die Dicke der einzelnen Glasscheiben (5 mm + 5 mm = 10 mm). Die letzte Ziffer gibt die Dicke der Folie in Handelseinheiten an (2 x 0,38 mm = 0,76 mm Folienstärke).
Statik: Tragfähigkeit & Stützweiten (Pfettenabstände)
Nicht jedes VSG ist gleich. Es kommt darauf an, wie die einzelnen Glasscheiben vor dem Verbund behandelt wurden:
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VSG aus Floatglas (Normalglas): Günstiger in der Anschaffung. Es reicht für viele Standard-Carports völlig aus, hat jedoch eine geringere Biegezugfestigkeit.
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VSG aus TVG (Teilvorgespanntes Glas): Dieses Glas ist thermisch teilverspannt und deutlich widerstandsfähiger gegen Temperaturunterschiede und mechanische Belastungen (z. B. Hagel oder schwere Schneelasten). Bei punktgehaltenen Gläsern oder sehr großen Spannweiten ist TVG oft baurechtlich vorgeschrieben.
Optik und Lichtdurchlässigkeit
Die Wahl der Folie und des Glases bestimmt den Licht- und Hitzeschutz unter dem Carport:
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Klarglas: Lichtdurchlässigkeit von ca. 85 – 90 %. Bietet maximale Helligkeit, allerdings sieht man Schmutz und Blätter sofort.
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Opal / Milchglas (matte Folie): Lichtdurchlässigkeit von ca. 50 – 65 %. Wirkt als Sichtschutz, streut das Licht angenehm (kein blendender Sonnenschein) und schützt das Auto vor starker Aufheizung. Schmutz ist optisch unauffälliger.
Weitere technische Eigenschaften
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UV-Schutz: Die integrierte PVB-Folie blockiert über 99 % der schädlichen UV-Strahlung. Das schützt den Lack Ihres Autos vor dem Ausbleichen.
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Sicherheit im Schadensfall: Sollte das Glas durch extreme Belastung (z. B. einen herabstürzenden Ast) brechen, splittert es nicht in gefährliche Einzelteile. Die Scherben haften fest an der PVB-Folie. Die Scheibe behält eine sogenannte „Resttragfähigkeit“, stürzt also nicht sofort ab.
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Schalldämmung: VSG hat durch den Schichtaufbau hervorragende Schalldämmeigenschaften (ca. 35–38 dB Geräuschminderung). Das Prasseln von Starkregen ist deutlich leiser als bei Stegplatten aus Kunststoff.
Trapezblech



Trapezblech ist zweifellos der Klassiker unter den Carport-Eindeckungen. Es ist funktional, robust und bietet ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis.
Es handelt sich um profilierte Platten aus Stahl oder Aluminium, deren Querschnitt an ein Trapez erinnert. Diese Kantung verleiht dem vergleichsweise dünnen Blech eine enorme Steifigkeit und Tragfähigkeit. So können auch größere Spannweiten ohne massive Unterkonstruktion überbrückt werden.
Heutzutage werden Trapezbleche oft mit einer Vliesschicht auf der Unterseite geliefert. Dieses Vlies saugt die Feuchtigkeit auf wie ein Schwamm und gibt sie tagsüber, wenn es wärmer wird, wieder an die Luft ab.
Ein hochwertig beschichtetes Blech hält locker 30 Jahre und mehr.
Moos und Algen setzen sich auf der glatten Oberfläche kaum fest. Der Regen erledigt meist die Reinigung.
Mindestdachneigung
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Ohne Querstoß: Mindestens 3° (ca. 5,2 % Gefälle), damit das Wasser sicher abläuft.
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Empfehlung: Besser sind 5° bis 7°, um stehendes Wasser und Schmutzansammlungen in den Überlappungen komplett zu vermeiden.
Befestigung
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Schrauben: Edelstahl-Bohrschrauben mit Dichtscheibe (EPDM).
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Position: Die Befestigung erfolgt idealerweise auf der Hochsicke (dem Wellenberg) mithilfe von passenden Kalotten. Das sorgt für maximale Dichtigkeit, da fließendes Wasser auf dem Tiefbett bleibt.
Gängige Profile
Für Carports werden meistens zwei Standardprofile verwendet. Die Zahlen stehen dabei für die Profilhöhe (in mm) und den Abstand von Sicke zu Sicke (in mm):
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Profil 20/125: Ideal für kleinere Carports oder bei geringen Schneelasten. Es baut relativ flach auf.
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Profil 35/207: Der absolute Klassiker. Es bietet durch die höhere Sicke eine deutlich bessere Stabilität und Tragfähigkeit (wichtig für winterliche Schneelasten).
Stützweiten (Pfettenabstand)
Wie weit die tragenden Holzbalken (Pfetten) auseinanderliegen dürfen, hängt von der Blechstärke und der lokalen Schneelastzone ab:
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Bei 0,50 mm Blechstärke: ca. 1,00 bis 1,50 m max. Stützweite.
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Bei 0,75 mm Blechstärke: bis zu 2,00 m und mehr möglich.
Wichtiger Hinweis zum Kondenswasser (Abtropfschutz): Da ein Carport offen ist, bildet sich an der Unterseite der Bleche durch Temperaturwechsel schnell Kondenswasser. Dagegen hilft Antikondensvlies (Vliesbeschichtung) an der Unterseite. Dieses saugt die Feuchtigkeit auf und gibt sie kontrolliert ab, wenn die Luft trocknet – sonst tropft es auf dein Auto.








